Eine Builder-Variante mit Initialisierungsblöcken

Eines der weniger oft genutzen Java-Features sind Initialisierungsblöcke. Aber wenn sie dann einmal gebraucht werden, können sie ziemlich nützlich sein. Vielleicht auch, um Builder zu schachteln? Und wie könnte das aussehen?

Nehmen wir an, wir müssten eine einfache hierarchische Struktur aufbauen: Eine Menü-Leiste, darin Menüs, und in diesen wiederum Menüpunkte. Mit Initialisierungsblöcken könnte der Aufruf dann so aussehen:

MenuBarBuilder menuBarBuilder = new MenuBarBuilder() {{
    new Menu("menu1") {{
        new Item("item1.1");
        new Item("item1.2");
    }};
    new Menu("menu2") {{
        new Item("item2.1");
        new Item("item2.2");
        new Item("item2.3");
    }};
}};

System.out.println(menuBarBuilder);

Der Einfachheit halber bauen wir hier das Menü nicht zusammen (was ja nicht schwer ist, wenn man die Builder-Struktur erst einmal hat), sondern geben einfach nur eine String-Repräsentation aus. Hier wäre das Ergebnis:

menubar[
  menu 'menu1'[item 'item1.1', item 'item1.2'], 
  menu 'menu2'[item 'item2.1', item 'item2.2', item 'item2.3']]

Okay, bis auf die geschweiften Doppel-Klammern sieht die Verwendungsseite eigentlich gar nicht so schlimm aus. Aber welche Scheußlichkeiten müssen wir bei der Implementierung begehen, damit das funktioniert? Ich finde, auch die Implementierung ist recht erträglich, denn wir benutzen einen einfachen Trick: Menu ist eine innere Klasse von MenuBarBuilder, und kann sich somit bei der Objekterzeugung bei „seiner“ äußeren Instanz „registrieren“ (in diesem Fall einfach in eine vorgegebene Liste eintragen). Genauso ist Item eine innere Klasse von Menu und registriert sich dort. Dieser Aufbau löst eine Menge Probleme – und es wird nicht einmal ein statischer Import benötigt. Hier ist der Code:

import java.util.ArrayList;
import java.util.List;

public class MenuBarBuilder {

    private List<Menu> menus = new ArrayList<>();

    public String toString() {
        return "menubar" + menus.toString();
    }

    public class Menu {
        private final String menuName;
        private List<Item> items = new ArrayList<>();

        public Menu(String name) {
            this.menuName = name;
            MenuBarBuilder.this.menus.add(this);
        }

        public String toString() {
            return "\n  menu '" + menuName + "'" + items;
        }

        public class Item {
            private final String itemName;

            public Item(String name) {
                this.itemName = name;
                Menu.this.items.add(this);
            }

            public String toString() {
                return "item '" + itemName + "'";
            }

        }
    }

}

Ja, das ist alles was man braucht, damit der Aufruf oben funktioniert. Im Endeffekt ergibt sich die Einfachheit daraus, dass wir die Builder genau so ineinanderschachteln, wie auch unsere Struktur später aussehen soll.

Wie ist diese Builder-Variante nun einzuschätzen? Der größte Nachteil ist wohl, dass sie durch die Verwendung von Initialisierungsblöcken einfach ungewohnt ist. Weiterhin skaliert dieser Ansatz nicht so gut: Bei tiefen Hierarchien wird die Builder-Klasse immer länger, weil immer neue innere Klassen dazukommen, die man nicht auslagern kann. Außerdem wird für jeden verwendeten Initialisierungsblock eine anonyme Klassen erzeugt und eine entsprechende class-Datei angelegt, was bei viel geschachteltem „Inhalt“ ebenfalls problematisch sein kann (allerdings würde in diesem Fall auch das „normale“ Builder-Pattern unbequem werden). Auf der Haben-Seite dieses Konstrukts steht ein recht einfacher Aufbau und eine hohe Flexibilität.

Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob die vorgestellte Builder-Variante eine gute Idee ist, aber es war auf jeden Fall spannend, damit herumzuspielen, und überraschend, wie gut sie funktioniert.